Oberösterreich nach vorne bringen

Der neu eingeschlagene Weg zur Weiterentwicklung des Standorts hat bereits Früchte getragen.

2017 hat das Land Oberösterreich gemeinsam mit der IV OÖ eine Zukunftsagenda für den Standort Oberösterreich ausgearbeitet mit dem zentralen Ziel, Oberösterreich vom Mittelfeld zur Spitze der besten Industrieregionen Europas zu entwickeln. Seither wurde in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie Digitalisierung intensiv gearbeitet, um die Standortattraktivität und damit verbunden die Arbeitsplätze, die soziale Sicherheit und den Wohlstand in Oberösterreich weiter zu erhöhen.

Die Unternehmen und ihre Mitarbeiter/innen sollen in Oberösterreich die besten Möglichkeiten haben, um ihre Erfolgsgeschichten fortzuschreiben. Das ist der Auftrag an die Politik und daran arbeiten wir jeden Tag hart. Für den Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort Oberösterreich ist es daher sehr wichtig, dass die Wirtschaft, Industrie und die Landespolitik gemeinsam an einem Strang ziehen. In den letzten Jahren sind uns gemeinsam gute und herzeigbare Fortschritte gelungen. Darauf werden wir uns jedoch nicht ausruhen, sondern konsequent daran weiterarbeiten, was wir als Bundesland tun können.

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

5 zentrale Fortschritte seit 2017

2017 wurde eine Trendwende in der oö. Finanzpolitik eingeschlagen. Als bisher einziges Bundesland hat Oberösterreich eine Schuldenbremse gesetzlich verankert. Bis 2023 werden insgesamt 500 Millionen Euro Schulden zurückbezahlt. Um für mehr Stabilität in der budgetären Schwerpunktsetzung sorgen zu können, wurde die oö. Finanzplanung mehrjährig ausgerichtet und ein Doppelbudget eingeführt.

Die Budgetmittel seitens des Bundes für die Johannes-Kepler-Universität werden von 2019 bis 2021 auf 497 Millionen Euro erhöht. Das ist eine Steigerung um 105 Mio. Euro gegenüber der letzten Leistungsvereinbarung. Ergänzend stellt das Land OÖ für die Jahre 2018 bis 2022 Zusatzmittel in Höhe von rund 40 Millionen Euro zur Verfügung, was bundesweit einzigartig ist. Dadurch kann das Studienangebot und die Betreuungsqualität an der JKU deutlich erhöht werden. An der Fachhochschule Oberösterreich wurden neue Studiengänge und Studienplätze, insbesondere zum Zukunftsthema Digitalisierung etabliert. Die JKU wurde mit dem Aufbau des „Artificial Intelligence Lab“ als Teil des Linz Institute of Technologie (LIT) weiter aufgewertet, außerdem ist dort mit dem Studiengang „Artificial Intelligence“ eines der ersten AI-Studien europaweit entstanden. Die FH Hagenberg wird mit dem Ausbau des Softwareparks Hagenberg und der Etablierung des neuen Schwerpunkts IT-Security eine zukunftsorientierte Neuausrichtung erfahren. Zusätzlich konnte Gerhard Eschelbeck als Visionsprofessor und Testimonial für den IT-Security-Schwerpunkt gewonnen werden.

Das Land Oberösterreich hat in den letzten Jahren gezielt Korridore für künftige energie- und verkehrspolitische Projekte gesichert und freigehalten. Außerdem wurde eine Task Force zur Sicherung von gut erschlossenen Leitstandorten eingerichtet, an denen sich Betriebe rasch und unkompliziert ansiedeln können. Beispielsweise stehen in der Gemeinde Kronstorf 20 Hektar gewidmet sofort zur Verfügung.

Von 2015 auf 2017 konnte die F&E-Quote von 3,15 auf 3,46 Prozent gesteigert werden. Das ist der stärkste Anstieg im Bundesländervergleich.

2017 wurde eine politische Grundsatzentscheidung für den Standort getroffen: mit der Bündelung aller für die Weiterentwicklung des Standorts wichtigen Bereiche in einem Ressort. Diese Bündelung ermöglicht eine engere Verzahnung zwischen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Energie, Forschung und Hochschulen. Zudem wurde die Oö. Technologie- und Marketinggesellschaft mit der Gründung der Business Upper Austria – der Standortagentur des Landes Oberösterreich – neuausgerichtet. Auch in der öffentlichen Verwaltung wird ein Fokus auf die Bedürfnisse der Wirtschaft gerichtet.


5 zentrale Herausforderungen

Oberösterreich hat bisher mit Abstand die meisten Mittel aus der Breitband-Milliarde des Bundes abgeholt (204 Mio. bzw. 180 Prozent der zugeteilten Mittel). Zudem wurden mit der Gründung des oö. Breitbandbüros und der Fiber-Service OÖ GmbH sowie der Anschlussförderung des Landes an die Breitband-Milliarde die Weichen für den flächendeckenden Ausbau gestellt. Es muss aber noch vieles schneller gehen, um die Versorgung mit Glasfaser-Infrastruktur in allen Regionen des Landes entsprechend voranzutreiben. Ziel ist eine Versorgungsleistung von mindestens 100 Mbit/Sekunde in allen Gebieten Oberösterreichs.

Die Bundesregierung ist gefordert, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in allen Regionen rasch voranzutreiben. Nötig dafür ist die schnellstmögliche Zusage für Oberösterreichs Anteil im Rahmen der Nahverkehrsmilliarde. Auch standortrelevante Schienenprojekte müssen verstärkt in Angriff genommen werden, allen voran die Etablierung einer direkten Hochleistungsverbindung Linz-Braunau-Flughafen München und die Attraktivierung der Pyhrn-Schober-Achse durch den Neubau des Bosrucktunnels.

Der flächendeckende Ausbau von Glasfaser-Infrastruktur und die Beschleunigung des 5G-Netzes sind neben leistungsfähigen Straßen- und Bahnverbindungen das wichtigste Infrastrukturprojekt für den Standort Oberösterreich. Dafür müssen die Bundesmittel massiv erhöht werden – insbesondere in ländlichen Räumen.

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Oberösterreichs ist es nötig, das vom Bund finanzierte Angebot an MINT-Ausbildungsplätze im Schul- und Hochschulbereich weiter auszubauen. Als führender Industriestandort Österreichs hat Oberösterreich hohen Bedarf an technisch-qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Im Bereich der intelligenten Energie- und Klimatechnologien verfügen Oberösterreichs Betriebe und Forschungseinrichtungen (z.B. der Innovationsverbund „New Energy For Industry“) über umfangreiche Kernkompetenzen. Es soll der Aufbau eines neuen Spitzenforschungszentrums mit Standort in Oberösterreich angestrebt werden, wo in enger Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft intelligente Energie- und Klimatechnologien federführend erforscht und entwickelt werden.


Genauso haben wir als Wirtschaftslokomotive der Republik eine klare Erwartung an die nächste Bundesregierung: Oberösterreich muss von der Bundesregierung so unterstützt werden, dass eine positive Entwicklung weiterhin möglich ist. Ich bin zuversichtlich, dass unser gemeinsames und vehementes Auftreten Gehör finden wird. Jene Länder, die sparen und sorgsam mit dem Geld umgehen, dürfen jedenfalls nicht die Dummen sein.

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

Die großen Game Changer liegen auf dem Tisch, an uns ist es, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und unsere Hausaufgaben zu machen, damit der Standort Oberösterreich auch in Zukunft top aufgestellt ist. 

Wirtschafts-und Forschungs-Landesrat Mag. Markus Achleitner

Bildung ist einer der zentralen Hebel, um Standort und Gesellschaft weiter zu entwickeln. Als Oberösterreichische Wirtschaft übernehmen wir dabei eine aktive Rolle und bieten, gemeinsam mit unseren Standortpartnern, mehrere Neuentwicklungen an. 

WK OÖ-Präsidentin Mag. Doris Hummer