Ausblick auf den Arbeitsmarkt 2021

Hinter uns liegt ein Jahr, das sich so niemand vorgestellt hat. Das heimtückische Virus fordert uns nicht nur gesundheitspolitisch in höchstem Maße, sondern hat auch die größte Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte ausgelöst. Bei allen Unsicherheiten brauchen wir zu Jahresbeginn 2021 möglichst klare Orientierung, wie sich Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage in Oberösterreich entwickeln werden. Nur mit einer offenen und schonungslosen Darstellung der Ausgangslage erhalten wir eine fundierte Entscheidungsgrundlage für unser weiteres Handeln.

Daher wurden zwei renommierte Repräsentanten der österreichischen Wirtschaftsforschung eingeladen, ihre Expertisen einzubringen.
Dr. Christoph Badelt gibt als Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) einen Ausblick auf die absehbare weitere wirtschaftliche Entwicklung insbesondere in Oberösterreich.
Dr. Monika Köppl-Turyna, Direktorin des Forschungsinstituts EcoAustria, befasst sich in ihrer Analyse mit den Entwicklungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt.

Oberösterreich im Vergleich mit anderen Ländern

Bisher sind wir in Oberösterreich bei aller Dramatik und allen Einzelschicksalen weitgehend besser durch die Krise gekommen als andere Regionen. 

Wir dürfen uns auf dieser vergleichsweise besseren Ausgangsposition 2021 aber keinesfalls ausruhen. Ich sage heute klar: Wir wollen weiterhin zu den Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit gehören.

Landeshauptmann Thomas Stelzer 

So weist Oberösterreich aktuell mit 7,3 Prozent die im Vergleich niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer auf (Österreich: 11,0 Prozent, je Dezember 2020) und hat auch mit 6,5 Prozent die niedrigste Jahresarbeitslosenquote im Jahr 2020 (Österreich 9,9 Prozent). Ebenso stehen in Oberösterreich fast drei Stellen für jeden Lehrstellensuchenden offen, während in anderen Bundesländern ein Mangel an Lehrstellen herrscht. Zudem exportierte Oberösterreich auch im Krisenjahr 2020 mehr als jedes andere Bundesland (Statistik Austria, Jänner bis Juni). „Das ist ein wichtiger Hoffnungsschimmer am Horizont, denn in Oberösterreich hängt jeder zweite Arbeitsplatz am Export-Geschäft.“


Unser Fokus 2021: Arbeitsplätze, Ausbildung und Ankurbelung

„Als starkes Bundesland haben wir eine Verantwortung für jene, die jetzt von Arbeitslosigkeit bedroht oder bereits betroffen sind. Wir wollen daher mit einem Bündel an Maßnahmen Arbeitslose wieder in Arbeit zu bringen und Unternehmen dabei unterstützen, Arbeitsplätze zu sichern“, betont der Landeshauptmann und stellt folgende Initiativen vor:

  OÖ-Zukunftsstiftung soll Menschen auffangen und wieder in Arbeit bringen

  Außerordentliche Investitionen des Landes zur Ankurbelung der Wirtschaft

  Unterstützung bei Betriebserweiterungen und -ansiedelungen

 

 

Die Analysen und Prognosen bestärken mich darin, die Themen Arbeitsplätze und Wirtschaft schon in der aktuellen Phase des Krisen-Managements ins Zentrum der politischen Arbeit zu stellen. Denn, auch wenn wir die Gesundheitskrise einmal überwunden haben werden, wird uns die Wirtschaftskrise noch länger begleiten. Unser Fokus 2021 lautet daher: Arbeitsplätze, Ausbildung und Ankurbelung.

Landeshauptmann Thomas Stelzer


Regionale Prognosen für das Jahr 2021 liegen noch nicht vor. Allerdings erwartet das WIFO für 2021 in Oberösterreich eher eine etwas günstigere Entwicklung als für Österreich insgesamt, weil die Schwierigkeiten der Industrie, die im Frühjahr 2020 dominierten, beim aktuellen Lockdown nicht so groß sein dürften. 

Dr. Christoph Badelt


Zu den positiven Aspekten der Krise zählt die Bereitschaft von Unternehmen Home-Office zuzulassen. Gerade Oberösterreich gehört zu jenen österreichischen Regionen, in welchen der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt ist. Durch großzügige Home-Office Regelungen gibt ist es nun die Möglichkeit hochqualifizierte Arbeitskräfte aus anderen Regionen oder Ländern anzuheuern.  Generell wurde durch Corona die Digitalisierung noch einmal beschleunigt. Gerade weil Oberösterreich im nationalen Vergleich hierbei gut aufgestellt ist, kann dies als Chance gesehen werden.

Dr. Monika Köppl-Turyna