Ordentliche Preise für höchste Qualität

Als Protest gegen das Preisdumping großer Lebensmittelhändler fuhren Bäuerinnen und Bauern mit ihren Traktoren vor: Sie fordern von den Handelsketten mehr Solidarität und faire Preise für landwirtschaftliche Produkte. Alleine über 1.000 Milchviehbetriebe haben 2019 aufgegeben.

Stoppt die „chronische Aktionitis“ bei hochwertigen Lebensmitteln. Das System der Handelsriesen krankt.

Landesrat Max Hiegelsberger

Ein Grund für die Protestaktionen ist zudem der steigende Druck auf den Agrarmärkten in einer Zeit, in der gleichzeitig auch die Standards in der Produktion permanent nach oben geschraubt werden. „Die aktuell positive Preisentwicklung in Teilen der Landwirtschaft kann mehr als zehn Jahre stagnierende oder sinkende Einkommen nicht kompensieren“, sagt Hiegelsberger. Auch bei der Bewältigung des Klimawandels kommt den Bauernfamilien eine bedeutende Rolle zu. „Die heimische Landwirtschaft ist Teil der Lösung und nicht das Problem. Das muss auch der Handel erkennen und honorieren. Stattdessen kommt zusätzlich noch ein enormer Preisdruck von der Abnehmerseite dazu. Da Gespräche nichts gebracht haben, müssen wir zu entsprechenden Maßnahmen greifen, um die Menschen aufzuklären“, sagt der OÖ Bauernbundobmann.

Die Forderungen des Bauernbundes richten sich an alle Handelsriesen. Immerhin fast 90 Prozent des gesamten Lebensmittelhandels ist in der Hand von nur drei Unternehmen, die Übermacht daher erdrückend. Die Handelskonzerne stellen sich mit ihrem Einkaufsverhalten gegen die heimischen Bauernfamilien und somit gegen die nachhaltigste Form der Landwirtschaft. Die Forderungsliste des Bauernbundes beinhaltet

  1. faire Preise für die landwirtschaftlichen Produkte
  2. einen Stopp der „überbordenden Aktionitis“
    auf Kosten der Verarbeiter und Produzenten
  3. einen Regionalbonus auf heimische Lebensmittel
  4. und ein Ende der Konsumententäuschung mit den rot-weiß-roten Fähnchen

 

Bauernbund fordert

 

Stoppt die „überbordende Aktionitis“ der Handelsriesen

„Mehr Leistung und mehr Fleiß für weniger Geld geht sich nicht aus. Das bekommen wir Bauern und jetzt auch die lebensmittelverarbeitenden Unternehmen zu spüren. Wir fordern deshalb einen Stopp dieser permanenten Aktionitis bei heimischen Lebensmitteln“, betont Hiegelsberger. Lediglich 9,7 Prozent des Haushaltseinkommens wird durchschnittlich noch für Lebensmittel ausgegeben. Dem Bauernbund geht es nicht um eine Verteuerung von Lebensmitteln, sondern um eine gerechte Aufteilung der Margen entlang der Wertschöpfungskette. „Seit Jahren ist es ein unsäglicher Kampf zwischen Groß und Klein. Rund 150.000 bäuerliche Betriebe stehen wenigen Handelsriesen gegenüber. Die Erzeugerpreise stagnieren oder sinken, während Händler innerhalb eines Jahres dreistellige Millionengewinne verzeichnen. Dieses Ungleichgewicht ist für die Bauern ruinös“, so der Bauernbundobmann.

Österreichbonus für österreichische Qualität

Mehr Wertschätzung für Österreichs Vorreiterrolle beim Umwelt- und Tierschutz durch eine faire Preisgestaltung. Österreichs Bäuerinnen und Bauern sind die ersten Betroffenen und gleichzeitig Teil der Lösung zur Bekämpfung des Klimawandels. Österreichische Standards zu Weltmarktpreisen sind nicht möglich. Wir fordern einen „Österreichbonus“ für in Österreich produzierte Lebensmittel!

Aus für rot-weiß-rote Fähnchen

„Wir fordern das Aus für das unsägliche Spielchen mit dem rot-weiß-roten Fähnchen auf Lebensmitteln aus dem Ausland. Wir brauchen eine praxistaugliche Umsetzung der Primärzutatendurchführungsverordnung in Österreich. Es darf nur Österreich draufstehen, wo Österreich drinnen ist – alles andere ist Konsumententäuschung!“, so die konkrete Forderung des Bauernbundes.

 

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