OÖ Landespolitik handelt rasch und setzt Maßnahmen

Ein Gerichtsurteil aufgrund eines tödlichen Unglücksfalls mit Kühen auf einer Alm hat auch in Oberösterreich für Diskussionen gesorgt. Seitens der Landespolitik wurde daher rasch gehandelt.

Um das konstruktive Zusammenspiel von Landwirtschaft und Tourismus bei der Nutzung der oberösterreichischen Kulturlandschaft auch weiterhin sicherzustellen, haben Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner und AgrarLandesrat Max Hiegelsberger zweimal zu einem „Runden Tisch“ geladen, um gemeinsam Maßnahmen zu erarbeiten, die das „Sicher Wandern in Oberösterreich“ gewährleisten. Beim heutigen 2. „Runden Tisch“ wurden nun die Ergebnisse fixiert.

Gegenseitige Rücksichtnahme auf landwirtschaftlichen Flächen ist oberstes Gebot Ziel der „Runden Tische“ zum Thema „Sicher Wandern in Oberösterreich“, zu dem Landesrat Hiegelsberger und Landesrat Achleitner eingeladen haben, war es, nach der Lösung der Haftungsfrage für Wegehalter gemeinsam weitere Schritte zu setzen, um das bisherige gute Auskommen von Landwirtschaft und Tourismus bei der Nutzung der oberösterreichischen Kulturlandschaft auch in Zukunft zu sichern.

Eingeladen zu diesem „Runden Tisch“ zum Thema „Sicher Wandern in Oberösterreich“ wurden folgende Teilnehmer:

  • OÖ Landwirtschaftskammer
  • Verein der Almbauern
  • Oberösterreich Tourismus
  • OÖ Wirtschaftskammer
  • Einforstungsverband
  • Österreichische Bundesforste

In den Prozess eingebunden wurden auch die Alpin-Organisationen Alpenverein und die Naturfreunde. Diese sind insbesondere in der Bewusstseinsbildung entscheidende Partner

„Es ist unser gemeinsames Ziel, das Erwandern und Genießen unserer schönen Kulturlandschaft in Oberösterreich auch weiterhin sicher zu ermöglichen. Sicher einerseits für erholungsuchende Einheimische und Gäste, sicher aber vor allem auch für unsere bäuerlichen Betriebe durch Vermeidung von finanziellen Risiken und Schäden. Die heute fixierten Maßnahmen sollen dies sicherstellen.

Landesrat Max Hiegelsberger und Landesrat Markus Achleitner

Das Maßnahmenpaket:

 

  • Umfassende Versicherungslösung für Wanderwege inklusive Unfälle mit Weidevieh: Dazu wurde die bereits bestehende WegehalterHaftpflichtversicherung explizit auch auf „Schadensfälle mit Weidevieh“ erweitert, um die Haftungsfrage für Wegehalter zu lösen. Diese erweiterte Versicherung ist bereits gültig.

  • Beschilderungen, die die Bewusstseinsbildung stärkt. An den Ausgangspunkten beliebter Wanderwege wird mittels 10 Verhaltensregeln ausführlich über das Verhalten auf Almen informiert. Bei den Überstiegen auf bewirtschaftete Almflächen weisen dann prägnant formulierte Tafeln noch einmal explizit auf den richtigen Umgang mit Hunden hin. Auf diese Weise sollten wirklich alle Almbesucherinnen und -besucher erreicht werden.
     
  • Das Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus hat eine Broschüre mit zehn Verhaltensweisen erarbeitet. Diese dient als Grundlage für eine eigene oberösterreichische Broschüre, die um Hinweise auf die Gefahren der Vermüllung und Verkotung von Grünflächen erweitert wurde.
     
  • Ein generelles Hundeverbot auf Almen wird es im Sinne eines guten Miteinanders auf den Almen nicht geben. Ein klares Ergebnis der „Runden Tische“ ist aber, dass falsche Verhaltensweisen von Hundehalterinnen und Hundehaltern eine zunehmende Belastung für die Landwirtschaft darstellen. Neben den möglichen Konfliktfällen auf Almen ist vor allem die Verkotung und Vermüllung von Grünland ein wachsendes Problem.
     
  • Weiterhin angestrebt wird eine Änderung im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch durch den Bund, um die Eigenverantwortung von Wanderern klar zu benennen. Aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen auf Bundesebene wird diese Regelung aber wohl erst mit Verzögerung umgesetzt werden können und dann für die Almsaison 2020 wirksam werden.
     
Ungehinderter Zugang zur Natur, den Bergen und den Almen für Tourismuswirtschaft von entscheidender Bedeutung

Aus Sicht der Gäste und damit der Tourismuswirtschaft ist entscheidend, dass der ungehinderte Zugang zur Natur, den Bergen und damit auch den Almen gewährleistet bleibt. Es ist daher wichtig, dass Risiken für Wegehalter in Zusammenhang mit Weidevieh wirksam ausgeschlossen werden.

Landesrat Markus Achleitner

Aus Sicht der Landwirtinnen und Landwirte ist es entscheidend, dass sie ihre Almweideflächen auch künftig bewirtschaften können und bei Unfällen zwischen Wanderern und Almweidevieh nicht durch finanzielle Haftungen unter Druck geraten.

Landesrat Max Hiegelsberger

AdobeStock_89993382__5_.jpeg