Neue Raumordnungsstrategie gibt die Richtung vor

#upperREGION2030 zeichnet ein Zukunftsbild von Oberösterreich im Jahr 2030. Damit diese Vision zur Realität im Jahr 2030 wird, müssen jetzt schon die Weichen dafür gestellt werden.

Um unser Zukunftsbild von Oberösterreich im Jahr 2030 zu erreichen, haben wir 5 Leitstrategien für die nachhaltige Entwicklung unseres Bundeslandes definiert. Den Kern dieser 5 Leitstrategien bilden 10 Ziele für die Raumordnung und die Regionalentwicklung. Diese Ziele sollen durch die Umsetzung von konkreten Maßnahmen – zusammengefasst in 18 Maßnahmenbündel – erreicht werden.

Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner 

Leitstrategie 1: Den Herausforderungen der Zukunft gemeinsam begegnen

„Gemeinsam statt einsam“ lautet das Motto, wenn es um die Weiterentwicklung der Daseinsvorsorge gilt. Dienstleistungen von Gemeinden, Raumentwicklung, Angebote des öffentlichen Verkehrs und auch die technische Infrastruktur, wie zum Beispiel der Breitbandausbau, müssen über Gemeindegrenzen hinweg gedacht werden. Bestehende Partnerschaften wie Stadt-Umland-Kooperationen werden deshalb vom Land weiterhin unterstützt. Zusätzlich wird in der Landesverwaltung eine neue Anlaufstelle für Gemeinden geschaffen werden, die sie beim Start von Kooperationsprojekten berät.

Zentrale Maßnahmen in diesem Bereich (Auszug):
o Gemeindeübergreifende Kooperationen zur Entwicklung bedarfsgerechter Angebote der Daseinsvorsorge und zur Sicherung der Lebensqualität in Kleinregionen unterstützen
o Interkommunale Planungspartnerschaften weiterentwickeln
o Organisations- und Beratungsstrukturen des Landes an kooperative Entwicklungsansätze anpassen
o Regionen durch Bündelung der Strukturen und klare inhaltliche Positionierung stärken


Leitstrategie 2: Nach innen wachsen

Oberösterreichs Städte und Gemeinden wachsen derzeit vor allem an den Rändern nach außen. Hier braucht es eine Umkehr zu einem Wachstum nach innen. Qualitätsvolle Verdichtung, die Nutzung von Leerständen und Brachflächen sowie die Aktivierung bestehender Baulandreserven sind hier wesentliche Hebel.
Wertvolle Böden können so gesichert werden, hohe Kosten für benötige Infrastruktur können verhindert werden.


Zentrale Maßnahmen in diesem Bereich (Auszug):
o Innen- vor Außenentwicklung durch Aktivierung von Baulandreserven, Leerständen und Brachflächen vorantreiben
o Städtebauliche Qualität von bestehenden und geplanten Siedlungsgebieten sowie öffentlichen Räumen heben
o Stellenwert des Örtlichen Entwicklungskonzepts (ÖEK) stärken
o Weitere Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Wohnbauförderung und Raumordnung


Leitstrategie 3: Umwelt- und Klimaschutz verstärken

Gerade in den Stadtregionen werden Flächen zunehmend knapp, was den Druck auf wertvolle Natur- und Freiräume erhöht. Gerade in Zeiten des Klimawandels sind diese Flächen wichtiger denn je: sie sichern die Lebensqualität im städtischen Raum, schützen Trinkwasserreserven und ermöglichen die Erholung in Wohnortnähe.
Auf eine qualitätsvolle und ressourcenschonende Siedlungspolitik muss deshalb ein noch größeres Augenmerk gelegt werden, um hochwertige Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten. Um die Ziele des Umwelt- und Klimaschutzes und die angestrebte Dekarbonisierung zu erreichen, müssen insbesondere die Energieversorgung und die Mobilität konsequent in Richtung verstärkter Nutzung erneuerbarer Energien weiterentwickelt werden.

Zentrale Maßnahmen in diesem Bereich (Auszug):
o Die Funktion und die Qualität von Freiräumen sollen durch Programme und Vorgaben des Landes gesichert werden, beispielsweise durch die Erarbeitung von Grünraumprogrammen in Regionen mit hohem Siedlungsdruck
o Maßnahmen gegen den Klimawandel und dessen Auswirkungen fördern, wie zB Schutz vor Naturgefahren, Freihalten von Frischluftschneisen, vermehrte Begrünung
o Maßnahmenprogramme zur Verringerung der Umweltbelastungen wie Lärm und Luftschadstoffe umsetzen und Anreize dafür schaffen
o Dekarbonisierung und Umbau der Energieversorgungdurch Förderung von erneuerbaren Energien an geeigneten Standorten aktiv voran treiben


Leitstrategie 4: Mobilität neu denken

Menschen und Güter legen – nicht nur in Oberösterreich – immer mehr und weitere Wege zurück. Das belastet das Klima und die Umwelt, führt zu Staus und zum Verlust nutzbarer öffentlicher Flächen.
Um eine Trendumkehr hin zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten zu erreichen braucht es viele Aspekte: Siedlungsentwicklung und öffentlicher Verkehr müssen künftig noch konsequenter aufeinander abgestimmt werden, umweltfreundliche Verkehrsverbindungen sollen regional und überregional noch attraktiver gemacht werden. Auch die Potenziale des Radverkehrs, insbesondere durch die Möglichkeiten von E-Bikes, sollen noch besser genützt werden.


Zentrale Maßnahmen in diesem Bereich (Auszug):
o Öffentlichen Verkehr, intermodale Umsteigemöglichkeiten sowie Fuß- und Radwege ausbauen und attraktiver machen
o Überregionale Verkehrsverbindungen für den Personen- und den Güterverkehr attraktivieren
o Siedlungsentwicklung mit dem öffentlichen Verkehr sowie den Fuß-und Radwegen abstimmen und optimieren
o Mobilitätsleitbilder in städtischen Regionen erarbeiten


Leitstrategie 5: Wirtschafts- und Arbeitsstandort zukunftsfähig gestalten
 

Kaum eine andere Entwicklung prägt die Wirtschaft und den Standort so stark wie die Digitalisierung – sie bringt Chancen und auch Risiken: Risiken etwa für den stationären Handel durch den Online-Handel. Chancen gerade auch für die ländlichen Regionen, weil sie in manchen Branchen Arbeiten abseits der Städte ermöglich. Das setzt allerdings die laufende Verbesserung der Infrastruktur durch den Breitbandausbau voraus.
Auch hier kann die Antwort nur Kooperation in allen Bereichen sein. So darf etwa der Breitband-Ausbau nicht durch Gemeinde-Grenzen gestoppt werden. Und um den Flächenbedarf von Unternehmen zu decken, muss die (Weiter-)Entwicklung von Betriebsstandorten kooperativ und gemeindeübergreifend erfolgen.


Zentrale Maßnahmen in diesem Bereich (Auszug):
o Betriebsstandorte an geeigneten Standorten kooperativ entwickeln
o Digitalisierung und technologische Innovation als Chance nutzen – zukunftsfähige Energie- und Leitungsinfrastruktur sicherstellen
o Bi- und trimodale Verkehrsknoten wie den Hafen Enns, den Hafen Linz, den Flughafen Linz-Hörsching und den Terminal Wels weiterentwickeln

 

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